Bezirksamt, quo vadis?

Mittwoch, 29. Mai 2024
19:30 Uhr, Diskussion zur Bezirks- und Europawahl

Die Zukunft des Bezirksamts Hamburg-Nord

Das Bezirksamt Hamburg-Nord will 2026 umziehen. Die Entscheidung, den bisherigen Stand­­ort auf­zugeben, wurde 2021 von der Finanzbehörde ver­­öffentlicht und hat viele vor Ort überrascht. Die Ge­bäude seien sanierungsbedürftig, die Raumstrukturen entsprä­chen nicht mehr den An­for­de­run­gen der Zeit, die Kapazitäten seien aus­geschöpft. Neben diesen Gründen, ist der wesentliche Grund für die Um­zugs­pläne der aus­laufen­de Miet­ver­trag. Die Stadt Hamburg ist nicht mehr Herr der Lage, weil das Be­zirks­amt 2006 verkauft und danach für 20 Jahre zu­rück­gemietet worden war. Kurzf­ristig brachte das Geld in die Kassen, aber nun herrscht Hand­lungsdruck. Eigentlich war vor drei Jahren ein Neubau am Wiesendamm in Barm­bek be­schlos­sen worden, aber vor einigen Wochen machte der Finanzsenator eine Voll­brem­sung. Wegen der hohen Baupreise steht der Neu­bau vor dem Aus. Als Alternative wird nun die An­­mie­­tung von mehre­ren Etagen in der dem­nächst freiwerdenden Vattenfall-Zentrale in der City-Nord ge­prüft.

Was passiert mit dem Eppendorfer Standort?

Die Gebäude stehen als herausragendes Bei­spiel für die Nachkriegsmoderne unter Denkmal­schutz. Der Bezirk Hamburg-Nord hat zu­ge­sagt, sich gemeinsam mit dem Denk­mal­schutzamt und der Eigentümergesellschaft, dem Ham­burger Bauunternehmen Ditting dafür einzusetzen, dass nach dem Auszug instandgesetzt, also nicht abgerissen wird. Welche Folgenutzungen in das Bezirksamt kommen, ist noch nicht klar. Ob für alle Teile der Denk­malschutz bestehen bleibt, scheint aber mittlerweile fraglich. Im Novem­ber 2023 hat sich die Be­zirksversammlung dafür ausgesprochen, dass das Kundenzentrum, die frühere Bücherhalle an der Lenhartzstraße, durch einen „Hochpunkt“ ersetzt werden soll. Dort könnte ein ca. 12-stöckiges Hochhaus entstehen. Dazu müsste der Hamburger Senat den Denk­­malschutz an dieser Stelle aufheben.

Einladung zur Diskussion!

Wo wird das Bezirksamt, immerhin das „Rathaus“ für 323.000 Menschen, in Zukunft sein? Was bedeutet es für den Stadtteil, wenn 700 Arbeits­plätze verschwinden? Wird ein Hamburger Baudenkmal geopfert? Gibt es die übliche Eppendorfer Entwicklung, spricht Gentrifizierung, oder bietet sich die Chance, hier bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?

Wir wollen mit Politiker:innen, Fachleuten und allen interessierten Bürger:innen über diese Fragen diskutieren.

Podium: Timo Kranz (Grüne), Tina Winter (SPD), Ekkehart Wersich (CDU), n. n. (FDP), Marco Hosemann (Linke), Matthias Tscheu (Baufirma Ditting, Gebäudeeigner), Kristina Sassenscheidt (Denkmalverein Hamburg), Moderation: Klaus Kolb

Veranstalter:innen: Geschichtswerkstatt Eppendorf und Quartiersnetzwerk martini·erleben

Kontakt: Geschichtswerkstatt Eppendorf, Martinistraße 44a, 20251 Hamburg, 040 / 780 50 40 30  kontakt@geschichtswerkstatt-eppendorf.de

Ort: Saal der KUNSTKLINIK, Martinistr. 44a, 20251 Eppendorf | Eintriff frei, keine Anmeldung notwendig

Foto: Klaus Kolb